Südtiroler Bäuerinnenorganisation | 17.05.2022

Sehnsucht Familie

Familie ist wertvoll, Familie ist besonders und Familie ist unersetzlich. Sie verdient Anerkennung und Unterstützung, fordert die Südtiroler Bäuerinnenorganisation am Internationalen Tag der Familie am 15. Mai.

Bäuerin des Jahres Margareth Hofer Vanzetta mit ihrer Familie auf dem Gogerer Hof in Ratschings. Foto: SBO

Bäuerin des Jahres Margareth Hofer Vanzetta mit ihrer Familie auf dem Gogerer Hof in Ratschings. Foto: SBO

„Familie ist wie ein Baum: Die Zweige mögen in unterschiedliche Richtungen wachsen, die Wurzeln jedoch halten alles zusammen“, sagt Margareth Hofer Vanzetta, Bäuerin des Jahres 2022. Ihre Geschichte zeigt, wie groß die Sehnsucht nach Familie sein kann und dass es sich lohnt, sich eine zu suchen.

Margareth lebt mit ihrer Familie seit 20 Jahren auf dem Gogerer Hof in Ratschings. Sie haben den Hof durch einen Kauf auf Leibrente erworben. Die Vorgänger auf dem Gogerer Hof hatten selbst keine Kinder. Das morsche Dach reparieren, in einen Traktor investieren, Milch liefern – wozu? Der Wunsch jedoch, den Hof an eine Familie zu übergeben, war groß. Und so gaben die ehemaligen Hofbesitzer Johanna und Josef Staudacher den Hof, und alles wofür sie ein Leben lang gearbeitet hatten, her, um versorgt zu sein und eine Familie zu bekommen: Familie, mit all den schönen und den anstrengenden Seiten. Familie, wo man keiner Diskussion aus dem Weg gehen kann und andere Meinungen das eigene Leben beeinflussen. Familie, um zu streiten und sich wieder zu versöhnen. Familie, ein Geben und ein Nehmen. Margareth sagt: „Familie, die gibt es nicht im Geschäft zu kaufen, die kann man auch nicht im Internet bestellen. So wertvoll und besonders ist Familie.“ Die Bäuerin ist dankbar, diesen Weg gemeinsam mit ihrer Familie beschritten zu haben. Heute bewirtschaftet sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern den Hof weiter, ganz im Sinne von Johanna und Josef, die ihren Lebensabend in ihrer Familie aufgehoben wussten. Margareth hat heute Antworten auf ihre Fragen: „Wir wollen durch achtsame biologische Wirtschaftsweise für unsere Kinder ein Vorbild sein. Wir wollen in neue Technik investieren, damit für alle die Arbeit leichter wird. Wir wollen die Digitalisierung vorantreiben und so unseren Familienbetrieb eine Zukunft ermöglichen. Wir wollen das Kaputte reparieren, denn irgendwann wird es bestimmt gebraucht. Alles macht Sinn!“

Familienbetriebe unterstützen

Davon ist auch Landesbäuerin Antonia Egger überzeugt. Einen bäuerlichen Familienbetrieb weiterzuführen, zahlt sich aus – für sich selbst, für den Hof, für die Landwirtschaft, für die gesamte Gesellschaft. „In der Familie liegt die Kraft, in der Familie liegt die Zukunft. Es ist die Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass Familie Bestand hat, dass Familie leistbar ist, dass die Familienarbeit zumindest im Rentenalter keine Nachteile für die Frauen mit sich bringt, dass Familie der Ort bleibt, wo man sich wohlfühlt – auch im Alter“, fordert Landesbäuerin Egger.