Produktion | 14.07.2022

Pflegeleichte Balkonpflanzen und exotische Pflanzen

Am Sonntag, dem 26. Juni, ging der traditionelle Tag der Offenen Tür der Gärtnerei Laimburg über die Bühne. Im Mittelpunkt standen dieses Jahr pflegeleichte Balkon- und Terrassenbepflanzungen. Wie jedes Jahr wurde eine Balkonpflanze zum Publikumssieger gewählt, nämlich eine Gelbe Dipladenie.

Gern gesehene Balkonpflanzen sind solche mit langen Blütezeiten und wenig Pflegebedarf. Foto: Versuchszentrum Laimburg

Gern gesehene Balkonpflanzen sind solche mit langen Blütezeiten und wenig Pflegebedarf. Foto: Versuchszentrum Laimburg

Die trockenresistente Balkonpflanze Dipladenie, der Amaranth, der Wasabi-Rucola und der Frangipani mit ihren besonderen Düften und Geschmack: Diese sind nur einige von vielen Pflanzen, die beim traditionellen Tag der Offenen Tür der Gärtnerei Laimburg vorgestellt wurden.

Balkone und Terrassen sind im urbanen Raum häufig die einzigen privaten Grünflächen. Gerade deshalb sind sie besonders wichtig für die Begrünung der Städte und Gemeinden. Gern gesehene Balkonpflanzen sind solche mit langen Blütezeiten und wenig Pflegebedarf. Das Versuchszentrum Laimburg versucht daher mit wissenschaftlichen Ergebnissen und Praxistipps das richtige Anlegen und Pflegen von Balkonbepflanzungen zu unterstützen.

Ökologische Alternativen zum Torf

Die Aspekte, die bei der Auswahl der Pflanzen für den Balkon oder die Terrasse zu berücksichtigen sind, sind die Lage und Sonneneinstrahlung sowie die Wahl des geeigneten Substrats. Die Expertinnen und Experten des Fachbereichs Gartenbau am Versuchszentrum Laimburg untersuchen zum Beispiel, wie Substrate mit niedrigem Torfgehalt und solche ohne Torf im Anbau von Zierpflanzen eingesetzt werden können. Torf ist ein Ablagerungsmaterial, das aus Pflanzenresten besteht und am Ende der letzten Eiszeit entstand. Verwendet wird Torf als Substrat-Komponente für die Aufzucht von Jungpflanzen im Gartenbau. In Südtirol gibt es nur mehr wenige Torfvorkommen und auch aus Gründen des Klimaschutzes ist es ratsam, nach Alternativen zu suchen. Am Versuchszentrum Laimburg untersuchen die Forscherinnen und Forscher daher verschiedene Substrate auf ihre Eignung im Gartenbau. „In torffreien Substraten muss die Pflanzenpflege den neuen Bedingungen angepasst werden. Denn ein torffreier Boden nimmt Wasser auf andere Weise auf als ein Boden mit Torf. Ein besonderes Augenmerk liegt daher auf der Bewässerung der Pflanzen," gibt Helga Salchegger zu bedenken.

Bananen, Ananas und Kaffeesträucher: Rundgang durch das Tropenhaus

Im Tropenhaus des Versuchszentrums Laimburg finden sich Pflanzen aus Wüstengebieten nur einige Schritte von solchen aus den feuchten Tropen entfernt. Das Tropenhaus wurde im Jahre 1996 errichtet und beherbergt heute eine Sammlung von über 250 tropischen Pflanzenarten und -sorten, die seit über 30 Jahren dort wachsen und gedeihen. Die Palette reicht von bekannten Nutzpflanzen wie Pfeffer, Kaffee und Vanille über hierzulande unbekannte Pflanzen wie beispielsweise dem Kuheuterstrauch (Solanum mammosum), dessen Früchte Ähnlichkeiten mit einem Kuheuter haben, bis hin zu klassischen Zimmerpflanzen, Farnen und Sukkulenten.

Da sich der Pflanzenbestand im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder vergrößert hat, erfassen und klassifizieren die Forscherinnen und Forscher alle Arten, indem sie Informationen über Herkunft und Pflege sowie Wissenswertes über Botanik, Ökologie, Nutzungsmöglichkeiten, aber auch viele Kuriositäten sammeln. Das Tropenhaus ist ganzjährig für Führungen geöffnet.

Neueröffnung: Schaugarten „Natur im Garten“

Eine Besonderheit des diesjährigen Tages der Offenen Tür ist der neu angelegte Natur-im-Garten-Schaugarten. Die Planung dieses besonders naturfreundlichen Gartens begann im Jahr 2015. Im Mai 2022 konnte der Garten schließlich eröffnet werden. Er verkörpert einen Familiengarten, der mit Hochbeeten in unterschiedlichen Höhestufen, Permakultur-Beeten, verschiedensten Blumen, Kräutern, Hecken und Obstbäumen ausgestattet ist. Ein Regenwasserspeicher und Tropfbewässerung sorgen für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser und die optimale Versorgung der Pflanzen.

Der gesamte Garten wurde nach den Kriterien der niederösterreichischen Initiative „Natur im Garten“ angelegt und wird dementsprechend gepflegt. Dabei verzichten die Gärtnerinnen und Gärtner beispielsweise auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel ebenso wie auf Torf. Ziel der Initiative ist es, sowohl private als auch öffentliche Grünflächen nachhaltiger zu gestalten.