Südtiroler Landwirt, Produktion | 21.07.2022

Tag der Technik im Obstbau

Der sinnvolle Einsatz von Hebebühnen, Geräteträgern, Sensoren und anderen batteriebetriebenen Gerätschaften war ­Schwerpunktthema des diesjährigen Tages der Technik im Obstbau. Es war die 30. Auflage, die letzte, die Jakob Ganterer als Obmann des Organisationskomitees verantwortet hat. von Renate Anna Rubner

Der Aussteller führt seine Erfindung vor: ein batteriebetriebenes Mähgerät, das später auch als multifunktioneller Geräteträger dienen soll.

Der Aussteller führt seine Erfindung vor: ein batteriebetriebenes Mähgerät, das später auch als multifunktioneller Geräteträger dienen soll.

Ein ferngesteuertes Fahrzeug fährt fast lautlos zwischen den Baumreihen. Es ist der Prototyp eines batteriebetriebenen Gerätes, das den Aufwuchs in der Fahrgasse mulcht. Später soll es noch viel mehr können und als Geräteträger dienen. Noch ist das Gerät per Fernsteuerung zu bedienen, künftig soll es auch autonom fahren können und über RTK-GPS gesteuert werden, aber das ist Zukunftsmusik, wie der Aussteller erklärt.

Wie rund 50 andere Maschinen- und Gerätehersteller aus dem In- und Ausland zeigte er seine Erfindung beim diesjährigen Tag der Technik im Obstbau am Ladstätterhof der Gutsverwaltung Laimburg. Nach vier Jahre Corona-bedingter Pause konnten sich die Besucher wieder über Neuheiten und Weiterentwicklungen in der Landtechnik informieren und vorführen lassen. Da der Schwerpunkt dieser 30. Auflage auf batteriebetriebenen Geräten und Maschinen und deren sinnvoller Einsatz im Obst- und Weinbau lag, war diesem Thema die Sonderschau gewidmet.

Jakob Ganterer, Obmann des Organisationskomitees des Tages der Technik, erklärte in seiner Eröffnungsrede die Wichtigkeit dieser Entwicklung: „Die letzten Jahre haben uns eindrücklich unsere Abhängigkeit gezeigt. Deshalb ist es umso wichtiger, in Zukunft auf Geräte zu setzen, die mit selbst erzeugter Energie betrieben werden können.“ Gleichzeitig richtete er einen Appell an die EU: Sie möge eine Vereinheitlichung der Batterien erwirken, alles andere sei nicht wirklich nachhaltig. Andreas Kraus, Direktor des Amtes für Obst- und Weinbau, erklärte: „Südtirol war in Bezug auf die Nachhaltigkeit immer schon Vorreiter. Deshalb ist es gut, dass sich dieser Tag der Technik mit dem Thema beschäftigt.“ Jeder solle seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und aktiven Klimaschutz betreiben, unterstrich er bei seiner Eröffnungsrede und bedankte sich beim Verein der Absolventen Landwirtschaftlicher Schulen für die Wahl dieses zukunftsweisenden Themas.

Lob für die Veranstaltung und die vielen anderen Initiativen des ALS kam auch von Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler.

Stephan Pircher, Obmann des Absolventenverein, bedankte sich bei Jakob Ganterer und Karl Prieth, die als Obmann und Obmann-Stellvertreter des Organisationskomitees über die letzten Jahre die Tage der Technik im Obst- und Weinbau geplant und umgesetzt haben. Da beide zurücktreten, um jüngeren Kollegen Platz zu machen, wurde ihnen für ihr langjähriges Engagement gedankt. An ihre Stelle treten künftig Martin Unterlechner und Stephan Raffl, die bereits seit mehreren Jahren im Organisationskomitee mitarbeiten.

Bedarfsorientierte Bewässerung

Ein weiterer Aussteller der Sonderschau zeigte ein Steuerungssystem zur bedarfsorientierten Bewässerung im Obst- und Weinbau, das im letzten Jahr am Standort Moarhof (gehört zum Gutsbetrieb Fragsburg der Landesdomäne) realisiert wurde. Über Sensoren wird im Boden die Saugspannung ermittelt, die dann grafisch dargestellt und abgerufen werden kann (sowohl am Smartphone als auch am PC). Anhand dieser Messungen wird die Bewässerung gesteuert. Der Betriebsleiter Stephan Raffl erklärte, dass die Anlagen am Moarhof immer dienstags, donnerstags und samstags für je vier Stunden bewässert werden können. Für das neue Steuerungssystem habe man nach Rücksprache mit dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau einen Unterdruck von 300 Hektopascal eingestellt, der nicht unterschritten werden darf. 

Aus der Grafik wurde deutlich, dass dieser Wert in der vorherigen Woche nur an zwei Tagen erreicht wurde, sodass auch nur zweimal bewässert wurde. Eine deutliche Wasser­ersparnis also. Was zusätzlich ins Gewicht fällt: Wenn die Bewässerung auch vier Stunden zur Verfügung steht, so wurde nun doch nur zwei Stunden lang bewässert, weil dann der Boden gesättigt ist. „Alles darüber hinaus gelangt in den Unterboden und ist weg“, erklärte der Betriebsleiter. Auch das sei eine wichtige Erkenntnis aus dem Versuch, der am Moarhof nun seit Mai läuft. 

Sensoren für die Überwachung

Verschiedene Sensoren zur Messung von Boden- und Lufttemperatur, Bodenfeuchte, Blattnässe und Druck stellte ein Start-up aus Bozen vor. Die Akkus der Sensoren sind langlebig (etwa vier Jahre), die Geräte können individuell platziert und über eine mobile App in Echtzeit abgerufen werden. Die Hersteller haben ein eigenes Netzwerk mit Antennen, das bereits einen Großteil des Südtiroler Apfelanbaugebiets umspannt. Sollte jemand doch außerhalb der Reichweite von 15 Kilometern zur nächsten Antenne Bedarf anmelden, kann die Antenne mitgeliefert werden. 

Den ganzen Bericht finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 13 des „Südtiroler Landwirt“ vom 22. Juli ab Seite 45, online auf „meinSBB“ oder in der „Südtiroler Landwirt“-App.