Produktion, Südtiroler Landwirt | 04.08.2022

Ausgleich für höhere Kosten kommt

Bald ist es so weit: Die Gesuchkampagne für die sogenannte Milchkuhprämie startet am 16. August 2022 um 0.01 Uhr und geht bis zum 23. September 2022 um 12 Uhr. Die Landesregierung hatte die Prämie im ­Frühjahr aufgrund der massiven Kostensteigerungen genehmigt.

Milchproduzenten erhalten vom Land unter bestimmten Voraussetzungen eine Unterstützung von 300 Euro pro GVE.

Milchproduzenten erhalten vom Land unter bestimmten Voraussetzungen eine Unterstützung von 300 Euro pro GVE.

Zunächst einige Informationen zur Vorgangsweise bei der Gesuchstellung: Der Antrag um die „Beihilfe zum Ausgleich der Kostensteigerung bei der Milcherzeugung“ – so der offizielle Name – kann nur in elektronischer Form über die Plattform „myCIVIS“ eingereicht werden. Dafür wird die digitale Identität benötigt, also entweder ein SPID-Zugang oder ein elektronischer Personalausweis (CIE). Im Prinzip funktioniert die Gesuchstellung genauso wie die Ansuchen für die Tiergesundheitsprämie im Frühjahr.

Sobald der Inhaber oder die Inhaberin bzw. der gesetzliche Vertreter oder die gesetzliche Vertreterin des landwirtschaftlichen Betriebes über die digitale Identität verfügt, muss im persönlichen Bereich („Mein Profil“ in myCIVIS) der „Antrag um Vertretung/Delegierung“ gestellt werden. Der Antrag um Vertretung kann für sich selbst oder von einem Dritten bzw. einer Organisation für den Antragstellenden erstellt werden. 

Mit gültiger Delegierung gleich zum Antrag

Zu beachten ist dabei: Wer bereits über eine gültige Vertretung/Delegierung für den jeweiligen Betrieb verfügt, muss nicht nochmals eine beantragen. Die Antragstellenden können in diesem Fall gleich zum Online-Dienst in „myCIVIS“ wechseln und die Beihilfe beantragen.

Die Anträge können auch von einem Dritten (einer Vertrauensperson oder von Verbänden) eingereicht werden, die dazu vorab vom Betriebsinhaber oder von der Betriebsinhaberin bzw. vom gesetzlichen Vertreter oder der Vertreterin des Unternehmens delegiert wurde. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Delegierungen innerhalb einer Woche ab Eingabe auf dem Portal vervollständigt sein müssen. Es wird daher dringend empfohlen, Anträge um Vertretung/Delegierung bereits vor dem Start der Gesuchkampagne einzureichen.

Bei Fragen oder Problemen bei der Abwicklung des Delegierungsgesuches kann man sich an das Callcenter unter der Grünen Nummer 800 816 836 (Montag–Freitag, 9–17 Uhr) oder per E-Mail an servicedesk@provinz.bz.it wenden.

Wer kann um die Beihilfe ansuchen?

Anspruch auf die Beihilfe haben die in der Primärproduktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse tätigen Unternehmen, welche Milch erzeugen und ihren operativen Sitz in der Autonomen Provinz Bozen haben. Die Antragstellenden müssen im Landesverzeichnis der landwirtschaftlichen Unternehmen (Lafis/Apia) eingetragen sein.

Die Beihilfe beträgt 300 Euro pro Großvieheinheit (GVE) der für die Prämienberechnung zugelassenen Tiere und wird ab 3 GVE und für höchstens 30 GVE als Verlustbeitrag gewährt.

Zu den Zugangsvoraussetzungen

Für die Gewährung der Beihilfe müssen die Antragstellenden zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens 3 GVE der für die Prämienberechnung zugelassenen Tiere halten. Die Beihilfe wird für Milchrinder, Milchschafe oder Milchziegen gewährt, die laut regionaler Viehdatenbank in einem viehhaltenden Betrieb aufscheinen.

Die Antragstellenden müssen Milchlieferanten oder Direktvermarkter im Sinne von Artikel 2  der Richtlinien laut Beschluss der Landesregierung Nr. 452 vom 21. Juni 2022 sein und den durchschnittlichen Höchstviehbesatz einhalten.

Die beihilfeberechtigten Tiere müssen sowohl am 1. Juni 2022 als auch zum Zeitpunkt der Antragstellung im viehhaltenden Betrieb des Antragstellers oder der Antragstellerin aufscheinen.

Die Milchrinder müssen seit dem 1. Jänner 2021 mindestens einmal abgekalbt haben, dabei zählt ein Rind als 1 GVE. Die Milchschafe und Milchziegen müssen zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens 365 Tage alt sein, dabei zählt ein Tier mit 0,15 GVE.

Der zulässige durchschnittliche Höchstviehbesatz wird als Durchschnittswert am 1. Juni 2022 nach den Vorgaben des Handbuches für das Landesverzeichnis der landwirtschaftlichen Unternehmen und auf der Grundlage der im Landesverzeichnis vorhandenen Daten berechnet. Der zulässige Höchstviehbesatz ist – analog zu den Förderkriterien für betriebliche Investitionen – in Abhängigkeit von der Höhenlage gestaffelt. Zusätzlich wird eine Toleranz von 0,1 GVE pro Hektar Futterfläche angewandt.

Um eine effiziente und einfache Gesuchabwicklung zu gewährleisten, wird vor dem Start der Gesuchkampagne von Amts wegen eine Liste („Positiv-Liste“) mit den potenziellen Antragstellern erstellt. Darin enthalten sind sämtliche Primärproduzenten des Landes, die aktuell als Milchlieferanten an einen Erst­ankäufer (vor allem Sennereigenossenschaften) mit Niederlassung in den Autonomen Provinzen Bozen oder Trient aufscheinen. Dazu kommen auch die Primärproduzenten mit Direktvermarktung, wie sie aktuell in den entsprechenden Listen des Sanitätsbetriebes bzw. des Sennereiverbandes Südtirol aufscheinen.

Den ganzen Bericht finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 14 des „Südtiroler Landwirt“ vom 5. August ab Seite 27, online auf „meinSBB“ oder in der „Südtiroler Landwirt“-App.